Mittsommer = Saisonende

Am 16. Juli habe ich den letzten Honig für dieses Jahr geerntet und geschleudert. Meine sechs Völker haben mir tatsächlich über 300 kg Honig geschenkt – ich bin völlig überwältigt! Jetzt stehen noch sieben große Honigeimer im Keller, die ein letztes Mal gesiebt und dann abgefüllt werden müssen. Ich habe inzwischen ein weiteren, tollen Honig-Abnehmer (Altenberger Domladen) gefunden, der direkt sechs Kisten auf einmal gekauft hat. Als ich dort das erste Mal anrief und erzählte, dass ich Imkerin sei und nachfragte, ob man einem Ankauf von meinem Honig interessiert sei, hat mich der überaus herzliche, freundliche Empfang sehr gerührt. Wir kamen sofort ins Gespräch und vereinbarten schnell einen Liefertermin.  Kurz vor meinem Urlaub habe ich die Kisten vorbeigebracht und wenn als so läuft wie geplant, werde ich hoffentlich noch oft dort vorbeifahren und nicht nur meinen Honig, sondern auch andere Produkte verkaufen. In den kommenden Bienenfreien Tagen werde ich mir darüber Gedanken machen – ich freu`mich schon!

Die Bäckerei Barmscheidt und der Frischemarkt in der Waldsiedlung haben inzwischen auch nachbestellt – so wie es aussieht, schmeckt mein Honig! 🙂 Ein natürliches Produkt, direkt aus der Nachbarschaft…

Meine sechs Völker habe ich am 20. Juli begonnen für den Winter einzufüttern, neben dem bereits eingetragenen Honig im Brutraum, den viele andere Imker auch ernten und schleudern – ich selber lasse diesen im Volk, damit es stark und widerstandsfähig bleibt. Gleichzeitig werden alle Völker mit Thymol gegen die Varroamilbe behandelt. In den ersten Tagen war kein starker Milbenfall zu verzeichnen. Interessant wird es mit der zweiten Behandlung nach zwei bis drei Wochen, die ich in der vergangenen Woche durchgeführt habe. Jetzt ist der Milbenfall schon stärker, aber getreu nach dem Motto „nur tote Milben sind gute Milben“ bleibe ich zuversichtlich, dass ich die Milben los werde und alle Völker ohne Reinvasion gesund und mit ausreichend Futter in den Winter gehen.

Mein erstes, selbst gezogenes Volk hat eine gut begattete Königin gezogen, welche gut in die Eierablage gegangen ist. Es hat beinahe vier Wochen gedauert – eigentlich perfekt – aber da es für mich das erste Mal war, bin ich gegen Ende doch nervös geworden, ob alles glatt läuft. Das Volk wird zusehends größer und stärker, es hat gut Winterfutter eingetragen und der Milbenfall ist sehr gering. Im kommenden Jahr wird es hoffentlich zu einem gesunden, kräftigen Wirtschaftsvolk heranwachsen. Gesehen habe ich die Königin allerdings noch nicht 🙂 – aber das kenne ich von meinen anderen Völkern, es gibt zwei oder drei Königinnen, die habe ich in dieser Saison maximal einmal gesehen. Ist aber nicht schlimm, Hauptsache man findet genügend Stifte und alles ist ok!

Inzwischen ist unser Garten voller vieler Insekten, neben den vielen verschiedenen Bienen und Hummeln, haben wir im hinteren Garten ein riesiges Erdwespennest entdeckt. Die Wespen sind im Vergleich zu anderen klein und filigran, jedoch auch sehr angriffslustig. In dem Moment, wo ich das Loch neben eine Staude entdeckte, war ich bereits sieben Mal in die Hand und das Handgelenk gestochen. Wir haben Hornissen, verschiedene Schmetterlinge, viele verschiedene Libellen (weil wir ja einen Teich haben) und auch die oben fotografierte Hornissenschwebfliege, die sich regelmäßig ins Haus verirrt und von immer wieder von uns raus getragen wird. Unser Garten ist zu einer kleinen Insektenoase in einer Umgebung geworden, in der die Anwohner ihrer Gärten noch immer unkrautfrei, Wartungsarm und steril gestalten – Aber… die Überzeugungsarbeit fruchtet und es gibt bereits welche, die ihren Rasen wachsen lassen und Unkraut als „Blume“ dulden! 🙂

Bis bald,

Eure Frau-Biene

 

 

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