“Das sie was mit Bienen machen…“

„…das finden wir toll, aber ihre Bienen belästigen uns!“

Manchmal reicht die Theorie eben nicht aus, um Menschen oder Nachbarn zu beruhigen. Die Mädels waren gerade mal zwei Tage an ihrer neuen Stelle aufgebaut, da braute sich mächtig Ärger zusammen. Es wurde viel persönlich gesprochen, vieles erklärt – gerade das Verhalten der Mädels in den ersten Tagen, die auch noch sehr sommerlich warm waren – doch es nützte letztendlich nichts: „Das sie was mit Bienen machen, finden wir toll und es ist auch sehr wichtig, aber ihre Bienen belästigen uns!“ Diese Aussage macht jedes weiteres Gespräch haltlos, die Bienen müssen dort wieder weg.

Das betroffene ältere Ehepaar willigte nach einigem Hin und Her ein, dass ich die Bienen innerhalb von drei Wochen versetze. Es handelt sich schließlich um empfindliche Lebewesen, es müssen neue Standplätze gesucht werden und je nachdem wie nah oder wie fern gelegen, müssen die Damen vorher noch 48 Stunden in Kellerhaft.

Leichter gesagt als getan, zumal beide Völker schon sehr stark und beide aufgesetzten Honigräume bis zum Rand voll waren! Eins der beiden konnte ich bei mir im Garten unterbringen. Nach Rücksprache mit meinem Imkerpapa meinte dieser, dass 24 h Kellerhaft (heute Abend das Loch verschließen, rübertransportieren, am übernächsten Morgen Loch wieder öffnen), ausreichen müssten. Leider nicht! Einige der Mädels flogen wieder zurück und nun hing zwei Tage später eine riesige Traube an der verbliebenen zweiten Beute. Der Supergau in den Augen des belästigten älteren Ehepaars, die mir nun wieder die Bude einrannten! Nach kurzem Überleben schien mir das Ableger bilden die einzig sinnvolle Lösung um die Bienenmasse an dem Standort nochmal zu verringern. Da mein Imkerkumpel eh zeitnah einen Ableger haben wollte 🙂 konnte er diesen nun sofort haben. Ich nahm drei volle Brutwaben mit Bienenbesatz und natürlich vielen frischen Stiften (so nennt man die gerade gelegten Eier der Königin) aus dem Volk heraus und setzte sie zusammen mit zwei Futterwaben und zwei neuen Mittelwänden in eine neue Beute mit geschlossenem Flugloch – dann ab in den Schatten. Am kühleren Abend kam Martin vorbei. Er freute sich über den Ableger, den er noch am gleichen Abend zu seinem Standplatz hinter Köln brachte.

Diese Entscheidung war goldrichtig gewesen, der Standplatz war nun viel ruhiger und ich konnte in Ruhe einen neuen Platz für dieses Volk suchen.

Bis bald, eure Frau-Biene

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