Imkereierweiterung, letzter Schritt

An diesem Wochenende war es endlich soweit. Die Träume der Nächte davor waren von Bienen, Bienentransporten und allem was eigentlich nicht dazu gehört 🙂 geprägt. Die Anspannung war hoch, eine nicht gerade kleine Investition in meine Bienenzukunft und doch noch ein paar Unbekannte… wird alles gut gehen?

Alles war organisiert! Den Transporter bekam ich von einem ganz lieben, bekannten Handwerker aufgeräumt und sauber nachmittags mit der Aussage hingestellt, dass ich mir ja keine Sorgen um den Vito machen solle, auch wenn ich irgendwo anstoßen sollte und tanken sollte ich auch nicht, der zweite Gang funktioniere nicht immer und mehr als dreitausend Umdrehungen könne er nicht, aber er wäre sehr zuverlässig! Ich dachte nur, perfekt – da kann ja nichts schief gehen! Mein allerbester Imkerkumpel Martin stand um neun Uhr abends pünktlich auf der Matte – ohne seine Hilfe wäre ich aufgeschmissen! Trotz schwerer Heuschnupfenallergie war er bereit unser nächstes, gemeinsames Bienenabenteuer anzugehen. Es beruhigte mich sehr, ihn als ruhigen Pol neben mir sitzen zu haben. Die Wanderrahmen, die Zurrbänder, superfestes Klebeband… alles war eingepackt.

Und wieder hatte ich als Termin den ersten heißesten Tag und Abend des jungen Jahres gewählt. Bei kuscheligen 28 Grad (abends um neun) ging es nach Viersen – der Transporter fuhr tatsächlich ohne Mucken, wie vorhergesagt. Zunächst holten wir die zugehörigen Honigräume ab und beim Einladen fragten wir uns kurz, ob die Ladefläche tatsächlich für acht Bienenvölker ausreicht – das reichte, um mir gehörig den Schweiß laufen zu lassen und die Aufregung stieg noch weiter. Bei den Mädels angekommen, stellten wir fest, dass diese den lauen Sommer-Frühlingsabend doch noch geniessen wollten und noch nicht alle zuhause waren. Mit Wasserflasche bewaffnet überredete ich die Damen doch hineinzukrabbeln, das Flugloch wurde verschlossen und zusätzlich mit Super-Klebeband fixiert. Als nächstes mussten alle geschlossenen Deckel durchs die Wanderdeckel ersetzt werden. Das gestaltete sich schwieriger als gedacht, da die Mädels sofort wieder losfliegen wollten. Kurzerhand entzündete der Verkäufer seinen Smoker und mit ein paar kräftigen Stößen unter den Deckel konnten wir sie zurückdrängen und die Deckel austauschen. Jetzt fehlten nur noch die Zurrbänder und dann ging es ans Verladen. Martin arbeitete unermüdlich, zusammen mit einem Bekannten des Verkäufers – der Verkäufer selber hielt sich abseits, in einer Smookerwolke, da er Angst (!) vor seinen Bienen hat – verlud er alle Beuten im Wagen, ich richtete noch aus und hielt meist nur die Taschenlampe, damit die beiden Männer genug sehen konnten. Es passten tatsächlich alle Beuten inkl. Honigräumen und Deckeln in den Vito – Millimeterarbeit, unglaublich und perfekt! Martin bekam kaum noch Luft und war froh, als er sich endlich ins Auto setzen konnte…er war sehr ruhig und irgendwann wurde es dann endlich besser!

Mit wertvoller Fracht ging es zurück nach Leverkusen – wir behielten unsere Anzüge an, aber es stellte sich heraus, dass sich keine Biene zu uns ins Cockpit verirrt hatte. Wir amüsierten uns trotzdem über den Gedanken an die Fahrer der anderen Autos, die uns in unserer Montur sehen konnten :-). Gegen halb eins waren wir dann in Leverkusen und zusammen brachten wir vier Beuten in den Nachbargärten unter. Die restlich vier Völker wurden im Carport trocken und einigermaßen kühl untergestellt – diese sollten froh am Samstagmorgen zum Aufstellort von mir alleine gebracht werden. Eine Stunde später war alles ausgeräumt, weggestellt – kein Volk war vertraust, im Carport brummten herrlich beruhigend vier Völker vor sich hin. Martin fuhr zurück nach Hause und ich fiel aufgekratzt ins Bett. Ich lag noch lange wach und der Wecker klingelte viel zu früh…

Um sieben am nächsten Morgen war ich mit dem Nachbarehepaar verabredet. Während der Mann in die Imkerkluft schlüpfte, zückte die Frau die Handykamera und der Einzug der beiden Bienenvölker wurde ausführlich gefilmt. Eine Bank wurde ein paar Meter entfernt aufgestellt und dann wurde staunend das Öffnen des Fluglochs und das erste ausfliegen der Mädels beobachtet. Hier hatte ich Bienenliebhaber gefunden :-).

Um acht war ich dann mit meinen beiden letzten Bienenvölker im 8 km entfernten Bergisch Neukirchen verabredet. Auch hier wurde ich freudig vom Gartenbesitzer begrüsst. Bei doch schon sehr sommerlichen Temperaturen schnauften wir beiden kräftig, denn der Weg vom Transporter zum Aufstellplatz mit geschätzten 60 m war der längsten von allen. Aufgeregt wackelten die Hühner und die einzelne Laufente, welche sich mit den Hühner verbündet hatte, um uns herum. Nach zwanzig Minuten standen auch hier die Mädels an ihrem Platz und die Fluglöcher konnten geöffnet werden.

Ich bin mal gespannt, wie sich die Mädels in den nächsten Tagen machen werden. Ich werde natürlich berichten 🙂

Bis bald, eure Frau-Biene

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