Der kalte Winter und die Milbe

Endlich sind die Temperaturen unter 5° C. Die Bienen sitzen in ihrer Wintertraube und warten auf reichlich Futter auf den Frühling. Zeit für die letzte Varooabehandlung in diesem Jahr.

Mit säurebeständigen Handschuhen, Schutzbrille und Kittel bewaffnet mische ich 100 ml der Oxalsäure an. Sie besteht aus 60 ml warmen, destilliertem Wasser, 60 g Honig und 3,6 g Oxalsäurepulver. Alles kräftig miteinander vermischen und dann ab in die Spritze.

Zuerst schaue ich nach meinem arg von den Milben gebeuteltem Volk in der Bienenbox. Das Volk ist stark geschrumpft und sitzt nur noch auf drei Wabengassen eng aneinander gekuschelt zusammen. Am Boden liegen bereits viele tote Bienen, sicherlich alle der starken Milbenreinvasion geschuldet. Schnell träufle ich 40 ml Säure über sie und schließe die Box wieder, damit sie nicht auskühlen. Hoffentlich ist das Volk nicht zu klein, um den Winter zu überstehen – ich drücke fest die Daumen, dass der Winter nicht so hart und vor allem nicht so lang wird, damit die Königin schon bald wieder beginnt Eier zu legen und das Volk somit wieder größer wird.

Das Volk in der Dadantbeute sieht toll aus – fünf Wabengassen sind dicht bis oben hin besetzt. Dieses Volk behandele ich mit 50 ml Oxalsäure, so dass auch dieses hoffentlich ohne Milben ins neue Bienenjahr starten kann.

Schnell noch unter beide Beuten die Gemüllbinden geschoben, damit ich in den kommenden Tagen den Milbenfall beobachten kann –  oder vielleicht auch nicht, weil nun endlich alle bis zum neuen Sommer abgetötet sind. 🙂

Übrigens, die Milben leben unabhängig von der Witterung, heißt, es reicht nicht aus, dass die Temperaturen im Winter nur lang genug unter 0° C sein müssen, damit die Milbe abstirbt. Hier wird in der Tagespresse leider oft ein falsches Bild dargestellt. Der Milbenbefall kann nur durch regelmäßige Behandlung über das Jahr verteilt geschwächt, manchmal auch eine Zeitlang ganz ausgeschaltet werden – aber die Milbe kommt immer wieder zurück! Ich hoffe sehr, dass die positiven Zuchtergebnisse einige unserer Imker im Imkerverein auch im nächsten Jahr weiter Bestand haben und es in einigen Jahren eine europäische Biene geben wird, die ähnlich wie die asiatische Biene mit der Milbe in einer Gemeinschaft leben kann, bei der der Bien nicht kollabiert. Derzeit ist es aber noch so, dass der Bien mit ganz viel Glück nur maximal zwei Sommer ohne jegliche Behandlung überleben kann. Der Imker hat die große Verantwortung und Verpflichtung seine Bienen vor der Milbe und damit den sicheren Tod zu schützen!

Bis bald,

Eure Frau-Biene

 

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