Aus zweien wird eins und Königinnenmassaker

Wie meinte mein Imkerpate heute zu mir? Ein Jahr Imkerpraktikum mit mir und er hätte mehr erlebt als in den vielen Jahren davor!

Ich sehe es positiv 🙂 ! Denn mit den ganzen Erlebnissen in diesem verrückten Imkerjahr habe ich sehr viele Erfahrungen gesammelt, gute wie traurige!

Auch der heutige Tage hatte beides zu bieten. Trotz neuer Königinnen und kontinuierlicher Varroabehandlung, in den letzten vier Wochen noch unterstützt durch Thymol, wurden meiner beiden Problemvölker nicht stärker. Das stärkere der beiden wurde sogar zusehend schwächer. Die neue Königin, welche anfangs in guter Eierlage war, legte immer weniger bis fast gar keine mehr. Was war nur los? Lag´ es am Thymol, lag es an einer schlechten Begattung? … Ich fand keine Antwort, ich wusste nur, dass ich bald etwas unternehmen musste, wenn ich nicht das Volk verlieren wollte, denn es waren nicht mehr viele Bienen vorhanden. Zusammen mit meinem Imkerpaten sahen wir uns die Völker vor einer Woche nochmal an und trafen eine Entscheidung. Ich musste nur noch eine gute Königin bekommen, dann könnten wir die beiden Völker vereinigen, die vorhandenen Königinnen töten und eine gute Neue zusetzen. Puh, Königinnen töten ist so gar nicht meins, vor Allem nicht, wenn sie doch gerade erst eingezogen waren. Aber wie heißt es immer in der Literatur – nicht das einzele Individuum zählt, sondern der Bien und die Völker sollen überleben und den Winter gut überstehen. Das können sie nicht mit einer schlecht begatteten Königin.

Gesagt getan… mein Imkerlehrer von der Bienenkiste, Ralf Heipmann, wurde angerufen, die ganze Situation geschildert und voller Hoffnung fragte ich nach einer Königin, diesmal sollte es nämlich eine Buckfastbiene sein. Ich hatte Glück, Ralf hatte die letzten Königinnen für dieses Jahr begatten lassen und diese befanden sich zurzeit in der ersten Eierlage und konnten im Laufe der Woche abgegeben werden. Also fuhr ich heute morgen zu Ralf und holte meine neue Königin, Nr. 43 „Dorothea“, zusammen mit ihren sieben Begleitbienen ab.

Was macht man mit einer Königin in der Zeit bis man sie dem neuen Volk zusetzt? Genau, man schiebt sich den Königinnenkäfig in die Hosentasche! Dort ist genau die richtige Temperatur und die Bienen stechen nicht… so hat die neue Königin heute mit mir eingekauft, die Tiere meiner Freundin versorgt, in der Küche gekocht, im Garten Unkraut gejätet, Wäsche gewaschen und aufgehängt, mit den Hunden gespielt, Blumen gepflückt u.v.m.   🙂 🙂

Um Punkt 20 Uhr kam mein Imkerpate Frank, die alten Königinnen hatte ich bereits eingefangen und beide Völker nochmals durchgeschaut. Leider hatte sich nicht viel verändert: schlechtes Brutbild, wieder weniger Bienen… zusammen sortierten wir die einzelnen Rähmchen in eine Beute, legten die wenigen  Brutbereiche zusammen und gaben noch zwei gut ausgebaute Rähmchen hinzu. Alle, wirklich alle Bienen wurden eingesammelt (teilweise mit einem Esslöffel von der einen Beute in die andere befördert) und ganz zum Schluss wurde „Dorothea“ eingesetzt. Die beiden anderen Damen wurden von meinem Imkerpaten getötet und jetzt heißt es „Daumen drücken“, dass die beiden Völker die neue Königin in ihrer Verwirrung nicht abstechen, sondern annehmen und als starkes Volk in den Winter gehen. Ich bin fest davon überzeugt, dass es klappt und es die beiden Völker es als ein gemeinsamer Bien schaffen! 🙂

Welch´ein aufregendes Bienenjahr!! In sieben Tagen werde ich nachschauen, ob alles gut gegangen ist!

Bis dahin, Eure Frau-Biene

 

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